Was bedeutet Fillpower? Daune einfach erklärt
Wer sich mit Daunenjacken beschäftigt, stößt schnell auf Zahlen wie 550, 600 oder 700 – meist mit dem Zusatz „Fillpower“. Doch was bedeutet das eigentlich? Und heißt eine höhere Zahl automatisch, dass die Jacke wärmer ist? Hier die Antworten, ganz ohne Fachchinesisch.
Warum Daune überhaupt wärmt
Daune selbst erzeugt keine Wärme. Sie speichert sie. Eine einzelne Daunenflocke besteht aus vielen feinen, verzweigten Ästchen, die sich auffächern und dabei kleine Luftpolster bilden. Diese ruhende Luft isoliert: Sie hält deine Körperwärme nah am Körper und die Kälte draußen. Je mehr Luft die Daune einschließen kann, desto besser isoliert sie.
Fillpower: das Maß für die Bauschkraft
Fillpower – auf Deutsch auch Bauschkraft – beschreibt genau diese Fähigkeit. Gemessen wird, wie viel Volumen eine bestimmte Menge Daune einnimmt, wenn sie sich frei entfalten kann. Die gängige Angabe bezieht sich auf das Volumen in Kubikzoll, das eine Unze Daune ausfüllt.
Vereinfacht gesagt:
- Höhere Fillpower = die Daune bauscht stärker auf, schließt mehr Luft ein und isoliert pro Gramm besser.
- Niedrigere Fillpower = für die gleiche Isolation wird mehr Daune benötigt.
Die Zahl ist also in erster Linie ein Maß für die Qualität der Daune – nicht für die Wärme der fertigen Jacke.
Fillpower ist nicht gleich Wärme
Hier liegt das häufigste Missverständnis. Wie warm eine Jacke tatsächlich ist, hängt von mehreren Faktoren ab:
- Füllmenge: Wie viel Daune steckt insgesamt in der Jacke? Eine Jacke mit etwas niedrigerer Fillpower, aber großzügiger Füllung, kann wärmer sein als eine leichte Jacke mit hoher Fillpower.
- Schnitt und Länge: Ein langer Parka deckt mehr Körperfläche ab als eine hüftlange Jacke.
- Außenmaterial: Winddichte oder wasserdichte Gewebe verhindern, dass Wärme durch Wind oder Nässe verloren geht.
- Konstruktion: Kammern, Kapuze, Bündchen und Saumverstellung entscheiden mit, wie gut die warme Luft im Inneren bleibt.
Die Fillpower sagt dir deshalb vor allem etwas über das Verhältnis von Wärme zu Gewicht und Packmaß: Je höher sie ist, desto leichter und komprimierbarer kann eine Jacke bei vergleichbarer Isolation sein.
Beispiele aus unserem Sortiment
Ein Blick auf drei Klassiker von The North Face zeigt, wie unterschiedlich die Konzepte sind:
- 1996 Retro Nuptse: Gänsedaune mit 700er-Fillpower. Laut Beschreibung extrem komprimierbar – die Jacke lässt sich in ihrer eigenen Tasche verstauen.
- McMurdo Parka: recycelte Daune mit 600er-Fillpower, kombiniert mit wasserdichtem DryVent™ Material und einem langen Schnitt.
- Himalayan Daunenparka: Gänsedaune mit 550er-Fillpower unter sehr winddichtem WindWall™ Gewebe.
Obwohl der Himalayan die niedrigste Fillpower der drei hat, ist er ein ausgesprochen warmer Parka – Schnitt, Füllung und winddichtes Material machen den Unterschied. Einen ausführlichen Vergleich findest du in unserem Artikel Nuptse, Himalayan oder McMurdo.
Woher kommt die Daune?
Neben der Bauschkraft spielt auch die Herkunft eine Rolle. Bei Nuptse und Himalayan ist die Daune laut Produktbeschreibung nach dem Responsible Down Standard (RDS) zertifiziert. Dieser Standard soll sicherstellen, dass die Daune von Tieren stammt, die nicht unnötig leiden mussten. Der McMurdo setzt auf recycelte Daune.
Damit die Fillpower erhalten bleibt
Daune behält ihre Bauschkraft nur, wenn sie richtig gepflegt wird: kein Weichspüler, schonend trocknen, locker lagern. Wie das genau geht, liest du in unserem Ratgeber Daunenjacke richtig waschen und pflegen.
Kurz gesagt
Fillpower ist ein Qualitätsmerkmal der Daune: Je höher der Wert, desto mehr Wärme pro Gramm. Wie warm eine Jacke insgesamt ist, hängt aber auch von Füllmenge, Schnitt und Material ab. Alle Modelle findest du in unserer Kollektion Daunenjacken.